08. – 11.10.2014: Pilgerfahrt nach Međugorje

Foto der Basilika in MedugogrjeWIEN/MEDUGORJE - Medugorje bedeutet „Ort zwischen den Bergen“ und liegt in Bosnien-Herzegowina. Es war ein ganz unbedeutendes Dorf, bis es durch Ereignisse in den 1980er Jahren internationale Bekanntheit erlangt hat.

 


Am Johannistag des Jahres 1981 erblickten sechs Kinder eine schwebende junge Frau über einem Hügel. Aus Angst liefen die Kinder weg. Am nächsten Tag, dem 25. Juni, erschien die Frau wieder an der gleichen Stelle, aber diesmal liefen die Kinder nicht weg und begannen mit ihr ein Gespräch, das bis heute nicht geendet hat. Sie trug ein hellgraues Kleid mit einem weißen Schleier; sie habe blaue Augen und sei von einem Kranz von zwölf Sternen umgeben. Wieder einen Tag später erschien die Frau ein Stück entfernt einem der Mädchen und sprach die Worte: „Mir, Mir, Mir - Frieden, Frieden, Frieden…“ Dies ist bis heute der Kern all ihrer Botschaften geblieben. Genau zehn Jahre später, am 26. Juni 1991, brach in Jugoslawien der Krieg aus. Während nacheinander alle Länder Jugoslawiens verwüstet wurden, blieb das Dorf auf merkwürdige Weise verschont. Hier fiel kein einziger Schuss.


Seitdem wird der Ort von Tausenden Katholiken besucht – Anfang Oktober unternahm der MALTESER Hospitaldienst mit Betreuten eine kleine Wallfahrt dorthin.Auf dem Weg zu unserem Quartier strahlten zwei Kirchtürme, die in der Dunkelheit der Nacht hell erleuchtet werden. Auf den ersten Blick scheint die Kirche für den kleinen Ort viel zu groß geraten zu sein. Sie befindet sich im Zentrum und um sie herum verläuft eine Hauptstraße mit Souvenirshops, Restaurants und Unterkünften.

 

Gruppenfoto in den Bergen um Medugogrje

 

Der erste Tag begann mit einer deutschen Messe, bei der, wie es in Međugorje immer der Fall ist, mehrere Priester gemeinsam zelebriert haben. Danach erhielten wir eine Einführung über die Seher und den Ort. Bei hervorragendem Wetter haben wir einen Ausflug zu den Wasserfällen von Kravica gemacht. Zunächst bot der steinige Weg für unsere Betreuten eine große Herausforderung. Mit vereinten Kräften haben wir es aber nach unten ans Ufer geschafft. Wir konnten einen prächtigen Anblick genießen und nebenbei erhielten wir durch das Sprühen der Wasserfälle eine erfrischende Abkühlung.


Am nächsten Tag mussten wir früh aufstehen, denn es erwartete uns ein besonderer Programmpunkt: das Treffen mit der Seherin Vicka Ivancovic hat uns alle tief berührt. In einem Saal, der so voll war, dass viele auf dem Boden sitzen mussten, sprach sie über die Wichtigkeit des Gebetes und auch das Fasten, das in den Botschaften der „Gospa“ (das heißt Mutter auf Kroatisch), eine wichtige Rolle spielt. Auch wenn im Nebenraum schon die nächste Gruppe auf sie gewartet hat, konnten wir MALTESER ihr im Anschluss an ihren Vortrag begegnen. Ihre Ausstrahlung ist bemerkenswert.


Interessant war auch der Besuch im Cenacolo. Die Gemeinschaft wurde von Schwester Elvira für junge Menschen in Krisensituationen gegründet. Es suchen vor allem Menschen dort Hilfe, die Süchte wie Drogen, Alkohol oder andere Abhängigkeiten überwinden wollen. Wir bekamen die Möglichkeit von zwei jungen Männern (einer davon war Deutscher) zu erfahren, wie sie mit Gebet und Arbeit im Rahmen des Gemeinschaftslebens den Weg aus der Abhängigkeit gefunden haben.

 

Der mühevolle Weg aufwärts am Rückweg von den Wasserfällen

 

Als wir wieder in Österreich angekommen waren, wurden wir freundlich von Abt Christian Feuerstein OCist des Stiftes Rhein in Empfang genommen. Dort haben wir abschließend mit unserem geistlichen Reisebegleiter P. Edmund Waldstein OCist die Heilige Messe gefeiert.